Erfolgsfaktoren: Wie gelingt christliche Erziehung?

Als Eltern wünschen wir uns nichts sehnlicher, als dass unsere Kinder Jesus Christus kennenlernen. Doch wie bereiten wir das Spielfeld, auf dem ihr Glaube wachsen und gedeihen kann? Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt es dazu? In diesem Artikel geht es um „hard facts“ – Studien und Erkenntnisse.

Erfolgsfaktoren für christliche Erziehung

Erfolgsfaktoren christlicher Erziehung: Bedingungen für wachsenden Glauben

Als christliche Eltern wünschen wir uns, dass unsere Kinder Jesus Christus kennenlernen und eine persönliche Beziehung zu ihm aufbauen. Wir können sie in diese Beziehung nicht hineinzwingen – das ist eine eigenständige Entscheidung. Aber wir können das Spielfeld bereiten, auf dem ihr Glaube wachsen und gedeihen kann. Aktuelle wissenschaftliche Studien und theologische Einsichten zeigen uns, welche Rahmenbedingungen dafür besonders förderlich sind.

Kernelemente erfolgreicher Glaubensweitergabe

Die Forschung identifiziert mehrere Schlüsselfaktoren, die den Einfluss von Eltern auf die Glaubensentwicklung ihrer Kinder belegen, oft stärker als andere Sozialisationsinstanzen wie Gemeinde oder Schule. Unten im Artikel siehst du Quellen – wenn du es genau wissen willst. Erfolgsfaktoren sind demnach:

Intentionalität und aktive Unterstützung: Elterliche Religiosität und das Vorbild der Eltern reicht allein nicht aus. Der Glaube der Eltern ist ein schwacher Indikator, ob die eigenen Kinder später den Glauben übernehmen werden. Entscheidend ist die bewusste Entscheidung zur Glaubensweitergabe und deren aktive Unterstützung. Die Integration kleiner, aber konsistenter Glaubenspraktiken im Familienalltag, wie das kurze Lesen eines Bibelverses, etabliert Gewohnheiten, die den Glauben natürlich in das Leben der Kinder einbetten. Die bewusste Entscheidung impliziert aber auch die aktive Auswahl einer Gemeinde mit altersgerechten Angeboten für die eigenen Kinder und deren regelmäßige Teilnahme.

Emotionale Bindung und offener Dialog: Warme, emotionale Beziehungen zwischen Eltern und Kindern sind ein fundamentaler Faktor für erfolgreiche Glaubensweitergabe. Distanzierte Beziehungen mindern die Wirksamkeit aller Bemühungen. Auch Studien zur Bindungsforschung zeigen: Sicher gebundenen Kindern fällt es leichter, Gott zu vertrauen. Zentral ist hier das aktive Zuhören und die Bereitschaft, einen offenen Dialog über Glaubensfragen zu führen – selbst bei eigenen Unsicherheiten der Eltern. Die Inhalte sind dabei weniger wichtig als die Tatsache, dass überhaupt über Glaube gesprochen wird, was Kindern einen sicheren Raum zur Erkundung bietet. Es geht also nicht um Perfektionismus, sondern darum, loszulegen.

Autoritative Erziehung und klare Orientierung: Ein autoritativer Erziehungsstil – charakterisiert durch liebevolle Führung bei gleichzeitiger klarer Grenzsetzung – korreliert positiv mit der Resilienz von Kindern gegenüber Problemverhalten und der Annahme elterlicher Werte. Er bietet Kindern die notwendige Orientierung und Struktur, während gleichzeitig Raum für Autonomie und individuelle Entwicklung bleibt. Es geht um eine wohlwollende Lenkung, die das Herz des Kindes sucht und auf Absprachen setzt, ohne jedoch führungs- oder prinzipienlos zu sein. Studien zeigen: Christliche Eltern die in Gemeinden eingebunden sind, praktizieren diesen Erziehungsstil häufiger – und das ganz intuitiv.

Stabilität des Elternhauses: Studien zeigen, dass stabile Familienstrukturen, insbesondere die Präsenz beider Elternteile und hierbei ein starker Einfluss des Vaters, die Wahrscheinlichkeit der Glaubensweitergabe erhöhen. Die Investition in die eigene Paarbeziehung durch bewusste Pflege, Kommunikation und gegebenenfalls professionelle Unterstützung ist somit nicht nur für die Ehe selbst, sondern auch indirekt für die Glaubensentwicklung der Kinder von hoher Relevanz.

Verbindliche Gemeindebindung: Die aktive und regelmäßige Integration der Familie in eine christliche Gemeinschaft ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Eltern, die sich selbst bewusst in ihre Gemeinde einbringen, fördern die Glaubenssozialisation ihrer Kinder effektiver. Dabei ist ein gesundes Maß entscheidend: Weder sporadische Teilnahme noch eine übermäßige Einbindung sind optimal. Der wöchentliche Gottesdienstbesuch und die Teilnahme in Kleingruppen ist hilfreich. Eine verbindliche Zugehörigkeit zu einer Gemeinde, in der Familien aktiv partizipieren können, schafft ein unterstützendes Umfeld für Glaubenswachstum.

Gelebte Authentizität: Die Wahrnehmung von Authentizität seitens der Eltern ist entscheidend. Hypokrisie oder das blinde Festhalten an Ritualen ohne erkennbaren Sinn wirken sich negativ aus. Eltern dürfen und sollen ihre eigenen Fragen, Zweifel und Unvollkommenheiten im Glauben offenbaren – auch wenn sie nicht im Vordergrund stehen sollten. Entscheidend ist die Bereitschaft, sich zu zeigen und die Hoffnung in Jesus Christus als zentralen Ankerpunkt zu kommunizieren, anstatt ein „perfektes“ Glaubensbild zu inszenieren. Dies lehrt Kinder, dass Glaube auch in Herausforderungen trägt.

Oft sind unsere täglichen Handlungen und Reaktionen stärker von Gewohnheiten geprägt als von bewussten Zielen. Nehmen Sie sich doch diese Woche bewusst Zeit, Ihren Familienalltag aus der Perspektive der besprochenen Erfolgsfaktoren zu betrachten:

Wie Sie Erfolg im Glauben fördern: Eine bewusste Ausrichtung

Beobachten Sie Ihre Kommunikation: Gibt es kleine, aber regelmäßige Rituale, die den Glauben im Alltag sichtbar machen? Lesen Sie etwas aus der Bibel vor? Zeigen Sie eine bewusste Intentionalität in der Weitergabe des Glaubens? Oder ist die „Glaubensvermittlung“ eher zufällig?

Reflektieren Sie Ihre Beziehung: Fördern Sie eine warme, emotionale Bindung zu Ihrem Kind? Hören Sie aktiv zu und führen Sie offene Dialoge über Glaubensfragen, auch wenn Sie nicht alle Antworten haben?

Prüfen Sie Ihre Paarbeziehung: Wie stark investieren Sie in die Stabilität Ihres Elternhauses? Sehen Ihre Kinder Ihre Ehe als einen Ort der Wertschätzung und Stärke, der auch ihren Glaubensweg positiv prägt?

Betrachten Sie Ihre Gemeindebindung: Ist der Gottesdienstbesuch eher unregelmäßig und von vielen weiteren Faktoren abhängig? Leben Sie eine verbindliche und aktive Integration in eine christliche Gemeinschaft vor?


Weiterlesen: Die Theorie und Studien hinter der Praxis

Christliche Eltern wollen ihren Glauben an die nächste Generation erfolgreich weitergeben – was sind also Erfolgsfaktoren christlicher Erziehung? Wenn Kinder zumindest die Gelegenheit hatten, Jesus Christus kennenzulernen, ist Erziehung aus meiner Sicht gelungen. Dass Menschen Jesus nachfolgen, können wir nicht machen. Unsere Kinder sind eigenständige Wesen, die eigene Entscheidungen treffen müssen.

Wenn sie Jesus nachfolgen, ist das Ziel erreicht. Wir können ihnen die Entscheidung aber nicht abnehmen. Was sagen wissenschaftliche Untersuchungen? Welche Kinder neigen dazu, den Glauben ihrer Eltern anzunehmen? Für christliche Eltern es hochinteressant, die wissenschaftliche Studienlage wahrzunehmen. Welche Bedingungen können wir also schaffen, damit Glaube wachsen kann?

Es gibt interessante Studien die zeigen, welche Kinder den Glauben ihrer Eltern mit hoher Wahrscheinlichkeit annehmen werden. Für Eltern ist es interessant, welche Erziehungsfaktoren dafür eine Rolle spielen.

Eines vorweg: Der Erfolg christlicher Erziehung kann nicht einfach „gemessen“ werden. Natürlich wünschen sich christliche Eltern, dass ihr Kind den eigenen Glauben annimmt. Aber zum einen geht es um das Herz des Menschen und das sieht nur Gott. Christliche Praktiken zu übernehmen reicht uns nicht. Zum anderen geht es um die Verbindung mit Jesus und in diese Beziehung kann christliche Erziehung das Kind nicht hineinzwingen. Das Erfolgskriterium christlicher Erziehung ist darum nicht, ob Kinder Jesus angenommen haben. Christliche Eltern sind dann erfolgreich, wenn ihre Kinder diesen Jesus intensiv kennengelernt haben und die Chance haben, mit ihm zu leben. Was sie aus dem Beziehungsangebot machen, ist nicht in unserer Hand.

Dass Menschen Jesus nachfolgen, können wir nicht machen. Unsere Kinder sind eigenständige Wesen, die eigene Entscheidungen treffen müssen. Wir können ihnen das nicht abnehmen. Trotzdem werden wir alles dransetzen, gute Bedingungen zu schaffen, damit ihr Glaube wachsen kann. 

Aus menschlicher Sicht gibt es dennoch einige Erfolgsfaktoren christlicher Erziehung, die helfen den Glauben an die nächste Generation weiterzugeben. Eltern haben nach wie vor den größten Einfluss darauf, welchen Glauben die Kinder annehmen werden. Sie überwiegen Faktoren wie Gemeinde, Schule oder Jugendgruppen1. Allerdings ist es nicht der Glaube allein, sondern das bewusste aktive Weitergeben des Glaubens an die nächste Generation.

1. Bewusste Entscheidung und Unterstützung

In einer großen Studie unter Christen wurde festgestellt, dass es vor allem die elterliche Glaubensunterstützung und die Bindung zum Vater sind, die in Verbindung mit dem Glauben der Eltern den Glauben der Kinder beeinflussten. Elterliche Religiosität alleine war hingegen ein schwacher Indikator.2 Es reicht nicht, selbst zu glauben und das irgendwie für sich zu leben. Das Vorbild ist wesentlich, aber alleine nicht ausreichend. Es braucht stattdessen eine bewusste Entscheidung, den Glauben weiterzugeben.

Wir als christliche Eltern haben bewusst eine Gemeinde gesucht, in der es andere Kinder und wöchentliche Angebote gibt. Diese besuchen wir regelmäßig. Kriterium war nicht, dass diese Gemeinde unseren Idealvorstellungen entspricht und unsere Bedürfnisse erfüllt. Es ging um unsere Kinder. Dazu mussten wir Liebgewonnenes loslassen und uns wie Abraham auf den Weg aus unserer vertrauten Heimatgemeinde machen. Unsere Kinder sind uns wichtiger. Im Alltag lesen wir Bibeltexte und lassen sie wirken, ohne alles darüber zu wissen. Wir lassen sie wirken, ohne alles zu erklären. Wie wäre es, während der Mahlzeiten eine Vers zu lesen? Er muss nicht zerredet werden und das ganze Gespräch einnehmen. Weniger ist mehr und wie beim Essen geht es in erster Linie um die Regelmäßigkeit und Gewohnheiten, nicht um die Masse.

Das Vorbild alleine reicht nicht, sondern es braucht eine bewusste Entscheidung und klare Schritte, um Kinder erfolgreich im Glauben zu erziehen. Das ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren christlicher Erziehung überhaupt.

2. Emotionale Beziehungen bauen

Weiterer wesentlicher Faktor der in den Studien ermittelt wurde, waren warme und emotionale Beziehungen. Eltern, die zwar sehr bewusst ihren Glauben weitergaben, aber emotional distanzierte Beziehungen mit ihren Kindern führten, waren deutlich weniger erfolgreich3. Bei dem Bindungsaufbau geht es insbesondere auch darum, Kindern zuzuhören. Das heißt auch, sich auf Gespräche einzulassen, bei denen die Eltern selbst an Grenzen kommen. Es geht um ein gemeinsames Nachdenken.

Die Gesprächsinhalte sind dabei weniger entscheidend, als überhaupt mit Kindern im Gespräch über den Glauben zu sein.4 Das nimmt uns die Angst – soviel können wir gar nicht falsch machen, wenn wir nur bereits sind, uns zu öffnen. Kinder sind nicht nur Empfänger, denen Glauben weitervermittelt wird. Jesus stellt den Glauben der Kinder als Vorbild dar. Auf der Wissensebene gibt es ein Gefälle und dennoch sind Kinder auch aus biblischer Sicht stärker auf einer Augenhöhe, als es manche Eltern wahrnehmen. Also sprechen wir über unseren Glauben, ohne ständig belehren zu müssen.

3. Klare Orientierung geben

Aus anderen Studien ging hervor, dass ein strenges aber liebevolles Elternhaus am wenigsten für Problemverhalten von Kindern anfällig war. Pädagogen nennen diesen Erziehungsstil „autoritativ„. Was Kinder „ausprobieren“ – wie Drogen, Alkohol etc. – ist weitgehend unabhängig von ihrem Elternhaus. Wir haben also nicht „versagt“, wenn sie es tun. Die Gefahr irgendwo „hängenzubleiben“ steigt aber enorm, wenn das Elternhaus entweder nur streng, oder nur liebevoll ist. Es geht also nicht um „Strenge“ alleine, sondern um „liebevolle“, aber klare Orientierung. Bezogen auf einen Missbrauch von Alkohol stieg das Risiko um ein dreifaches, wenn Elternhäuser ausschließlich liebevoll waren, aber führungslos waren. Durch Strenge ohne Warmherzigkeit stieg das Risiko um das Zweifache5. Es geht also nicht um eine erbarmungslose Strenge, sondern um liebevolle Leitung, die das Herz der Kinder sucht, zu Kompromissen und Absprachen bereit ist und doch den Weg vorgibt.

4. Ehe als Nährboden positiver Entwicklung

Stabile Elternhäuser mit zwei Elternteilen konnten ihren Glauben besser an die nächste Generation vermitteln, als Alleinerziehende. Insbesondere wenn Väter anwesend waren, schienen sie einen besonders hohen Einfluss auf ihre Kinder zu haben. Dieser Effekt wurde empirisch mehrfach untersucht und bestätigt6.

Nun leben wir in einer gebrochenen Welt. Ehen und Familien zerbrechen. In manchen Fällen ist es sogar geboten, hier auszusteigen. Und doch hat dieser Zerbruch für die Kinder Folgen, die bei allem Bemühungen zwar abgemildert, aber nicht ungeschehen gemacht werden können. Was tun wir also, um unsere Ehen zu stärken? Gibt es täglich kurze Begegnungen, in denen es nicht nur um den Austausch von Sachinformation, sondern um das emotionale Befinden des anderen geht? Berühren wir uns im Alltag? Schaffen wir es an einem Eheabend unsere Kinder auszublenden?

Im Vergleich zu den USA fällt mir auf, dass es hier deutlich weniger Beratungsangebote gibt. Es wird wenig gekämpft, den kaputten Motor wieder in Gang zu setzen. Wie wäre es, ein erfahrenes Ehepaar in der Gemeinde zu fragen, ob sie sich eine begrenzte Anzahl an Terminen auf eine Beratung einlassen würden? Oder nach Beratungsangeboten, z. B. von team-f, zu suchen? Der Prozess wird Zeit kosten. Eine zerbrochene Familie und die Kinder darin zu begleiten wird nicht einfacher.

In den Studien über Erfolgsfaktoren christlicher Erziehung wird eine besondere Verantwortung der Eltern sichtbar, in die Stabilität der Beziehung zu investieren.

5. Christliche Gemeinschaft suchen

Weiterhin geht es einschlägigen Studien zufolge um das rechte Mittelmaß christlicher Aktivitäten. Der Glaube wurde am besten an die nächste Generation weitergegeben, wenn Eltern selbst bewusst, regelmäßig und aktiv in eine Gemeinde eingebunden waren. Gingen sie eher unregelmäßig in den Gottesdienst und brachten sich selbst nicht als Mitarbeitende ein, war der Erfolg schwach. Andererseits war auch ein zu großes Maß an christlicher Sozialisation ebenfalls kontraproduktiv.7

Es geht auch darum, die soziale Umwelt so zu gestalten, in dem Glaube wachsen kann. Jeden Tag eine Gemeindeveranstaltung ist sicher für die meisten zu viel. Regelmäßige Teilnahme an einem Gottesdienst, eine wöchentliche Einbindung in Kleingruppen und Mitarbeit der Eltern sind hingegen hilfreich. Da hilft es nicht, eine Gemeinde zu haben, die der eigenen Glaubensüberzeugung 100% entspricht und leider lässt sich auch keine Gemeinde nach unseren Vorstellungen zusammenbasteln. Trotzdem haben wir in Deutschland die Möglichkeit, eine Wahl zwischen einer Vielzahl an Gemeinden zu treffen, die in erreichbarer Nähe zu finden sind – beispielsweise mit einem Gemeindefinder. Da brauchen wir keine Angst zu haben, als Gemeindehopper zu gelten. Unsere Kinder sind wichtiger, als eine solche Zuschreibung. Es ist wichtig nicht in der Suche steckenzubleiben, sondern eine verbindliche Zugehörigkeit zu leben. Die perfekte Gemeinde gibt es nicht.

Jesus war mit seinen Jüngern „unterwegs“, hat mit ihnen viele Entdeckungen gemacht und hat nicht an einem Ort treu ausgehalten und abgewartet. Abraham und viele Glaubensväter sind losgezogen – nicht um ihr Paradies zu suchen, sondern um Gott zu folgen. Sie waren nicht sprunghaft und unverbindlich, sondern dynamisch und doch gebunden.

6. Echt sein

Schließlich war es insbesondere fatal, wenn Kinder den Glauben ihrer Eltern als unauthentisch und hypokritisch wahrgenommen hatten. Auch wenn sie sich blind an Vorschriften hielten oder Rituale ausübten, ohne deren Sinn erklären zu können, war der Effekt negativ. Bei aller christlichen Erziehung, dürfen und sollen Eltern über Grenzen ihres Glaubens und Nichtwissen sprechen. Sie dürfen auch ihren Kindern gegenüber zugeben, Gott nicht zu verstehen und auf Fragen keine Antworten zu haben. Persönlich ist es mir wichtig, in diesen Gesprächen bei aller Unwissenheit auf Gottes Größe, Güte und Liebe hinzuweisen.


Es wurde beobachtet, dass Modelle, die als „perfekt“ angesehen werden (sogenannte „Mastery-Modelle“), nicht so viel Einfluss auf Nachahmer hatten. Jugendliche waren jedoch erfolgreicher beeinflusst, wenn sie Modelle sahen, die selbst Schwierigkeiten wie Motivations- und Lernprobleme hatten, diese aber erfolgreich überwanden. Diese „Coping-Modelle“ zeigen, dass man selbst trotz Herausforderungen erfolgreich sein kann.

Übertragen auf den Glauben heißt das: Es ist also nicht notwendig, perfekt zu sein oder den stärksten Glauben ohne irgendwelche offenen Fragen zu haben. Es kommt nicht auf die Größe unseren Glaubens, sondern auf Jesus Christus an. Stattdessen zeigen wir, welche Hoffnung wir in Jesus Christus setzen. Sein Name und die damit verbundene Hoffnung sollten im Mittelpunkt stehen, an der wir uns bei allen Turbulenzen festhalten, durch die er uns durchträgt.

Schlussbemerkung über Erfolgsfaktoren christlicher Erziehung

Insgesamt geben die empirischen Befunden Hoffnung, dass christliche Erziehung gelingen kann. Sie zeigen aber auch eine große Verantwortung der Eltern. Es liegt an ihnen eine bewusste Entscheidung zu treffen, den Glauben weiterzugeben. Ist diese Entscheidung getroffen, geht es darum, sich auch einer Gemeinde verbindlich anzuschließen und dort einzubringen. Zuhause achten christliche Eltern auf das Herz ihrer Kinder. Sie spüren, ob sie ihnen gegenüber verschlossen sind und setzen alles daran, die Beziehung zu ihren Kindern in Ordnung zu bringen, positiv zu gestalten, sie behutsam zu lenken und ihnen die Liebe Gottes zu zeigen. Sie reden nicht auf sie ein, sondern helfen und unterstützen sie. Nicht nur darin zu Jesus und zum Glauben zu finden, sondern auch ihre Anliegen und Träume zu verwirklichen, sowie ihre Anlagen zu entfalten.

  1. Smith, C. (2021). Keeping the Faith. First Things: A Monthly Journal of Religion and Public Life, (313), 12+. https://link.gale.com/apps/doc/A658476467/AONE?u=anon~3be89a9e&sid=googleScholar&xid=e0c8869e ↩︎
  2. Leonard, K. C., Cook, K. V., Boyatzis, C. J., Kimball, C. N., & Flanagan, K. S. (2013). Parent-child dynamics and emerging adult religiosity: Attachment, parental beliefs, and faith support. Psychology of Religion and Spirituality, 5(1), 5–14. https://doi.org/10.1037/a0029404 ↩︎
  3. Hoffmann, J. P. (2022) Handing Down the Faith: How Parents Pass Their Religion to the Next Generation, , Sociology of Religion, Volume 83, Issue 4, https://doi.org/10.1093/socrel/srac023 , S. 5 ↩︎
  4. ebd. ↩︎
  5. Bahr, S. J.; Hoffmann, J. P.; „Parenting Style, Religiosity, Peers, and Adolescent Heavy Drinking“, Journal of Studies on Alcohol and Drugs (Vol. 71, S. 539)
    Spannend: https://link.springer.com/article/10.1007/s10943-010-9342-y ↩︎
  6. z.B. Leonard, K. C., Cook, K. V., Boyatzis, C. J., Kimball, C. N., & Flanagan, K. S. (2013). Parent-child dynamics and emerging adult religiosity: Attachment, parental beliefs, and faith support. Psychology of Religion and Spirituality, 5(1), 5–14. https://doi.org/10.1037/a0029404
    Hoffmann, J. P., Handing Down the Faith: How Parents Pass Their Religion to the Next Generation, by CHRISTIAN SMITH and AMY ADAMCZYK, Sociology of Religion, Volume 83, Issue 4, Winter 2022, Pages 536–538, https://doi.org/10.1093/socrel/srac023 ↩︎
  7. Hoffmann, J. P. (2022) Handing Down the Faith: How Parents Pass Their Religion to the Next Generation, , Sociology of Religion, Volume 83, Issue 4, https://doi.org/10.1093/socrel/srac023 , S. 6 ↩︎