Ziele christlicher Erziehung

Erziehung ist immer ein zielgerichtetes Handeln, das darauf abzielt, Einstellungen und Verhalten zu beeinflussen. Welches die Ziele sind ist unterschiedlich. Für Kindergärten und Schulen sind sie in Bildungsplänen und Gesetzen festgehalten. Dort geht es unter anderem um eine Leistungsbereitschaft.

Christliche Eltern haben einerseits ganz ähnliche Ziele wie andere Eltern, andererseits aber auch das primäre Anliegen, dass ihr Kind Jesus Christus kennenlernt. Wie andere Eltern wollen sie, dass ihr Kind ihr Potenzial entfaltet, gemeinschaftsfähig wird und den Anforderungen der Gesellschaft gerecht wird. Besonders ist ihre Überzeugung, dass es Gott ist, der ihren Kindern das Leben und Möglichkeiten gegeben hat und sie eine Beziehung mit Jesus Christus brauchen, um ein Leben in Fülle zu erfahren.

Für die Erziehung ist immer das dahinterliegende Menschenbild entscheidend. Ist das Kind primär Leistungsträger? Kann es Verantwortung für sein Leben übernehmen? Was braucht es? Es geht also um das Bild vom Kind: Was sind seine Möglichkeiten? Was sind die Grenzen der Erziehung? Worum geht es überhaupt?

Die Grundlagen des christlichen Menschenbilds und seiner Bedeutung für Erziehung und Pädagogik sind hier hier ausführlich thematisiert. Davon leiten sich die Ziele ab.

1. Entwicklungen fördern, anregen und entgegenwirken

Entwicklungen werden beobachtet und beurteilt – darauf basierend wird gefördert, entgegengewirkt und Neues angeregt

Als Christen gehen wir von guten und schlechten Eigenschaften des Kindes aus. Das Kind ist Gottes Geschöpf und gefallen zugleich. Dem entsprechend ist das erste Ziel, gute Entwicklungen zu stärken. Kinder sind schnell dabei zu trösten, zu helfen und Geschenke zu machen. Sie wollen es „richtig“ machen. Das erkennen Erziehende wohlwollend an. Andererseits werden sie negativen Entwicklungen entgegenzuwirken. Oft sind Emotionen von Kindern noch völlig unkontrolliert. Ihr Ärger und ihre Wut äußern sich dann in einer Art und Weise, die nicht toleriert werden kann. Eltern beobachten diese Entwicklungen aufmerksam, beurteilen sie und handeln entsprechend.

Weiterhin regen christliche Eltern und Pädagogen neue Entwicklungen gezielt an, wenn sie ihren Kindern spannende Geschichten erzählen oder mit ihnen Ausflüge machen, damit sie Neues entdecken. Die drei Aufgaben des Förderns, Entgegenwirkens und Anregens lassen sich sowohl theologisch, als auch pädagogisch begründen.

2. Verantwortliches Handeln unterstützen

Christliche Erziehung weist auf Gott hin – jedes Kind ist für seinen eigenen Weg vor Gott verantwortlich

Erziehung hat das Ziel, sich überflüssig zu machen. Eltern haben versagt, wenn das Kind in eine Abhängigkeit von ihnen hineinwächst. Sie sind hingegen erfolgreich, wenn das Kind am Ende seinen Weg ohne sie geht und nicht mehr auf sie angewiesen ist.

Christliche Eltern wissen, dass das Kind seinen Weg nicht alleine gehen muss. Auch wenn ihr Kind sich von ihnen ganz natürlich ablöst und immer selbständiger wird, ist Gott da. Christliche Eltern können loslassen und ihre Schützlinge Gott abgeben. Darum ist es ihr Ziel, ihre Kinder auch auf Gottes Gegenwart hinzuweisen.

Christliche Familien nehmen wahr, dass Kinder bei allen Entscheidungen letztlich weder ihren Eltern, noch sich selbst gegenüber verantwortlich sind, sondern einer höheren Instanz. Christliche Eltern sind von Gott als Eltern eingesetzt und haben eine zeitlich und umfänglich begrenzte Funktion.

Christliche Pädagogik weist also auf Gott hin. Gemeinsam ordnen sich Erziehende und Zu-Erziehende ihm als Schöpfer unter. Dabei stellen Erziehende klar, dass nicht sie oder andere menschliche Autoritäten die letzte Instanz sind, der die Kinder letztlich Rechenschaft abgeben, sondern der Schöpfer selbst. Gott ist kein Erziehungsmittel, um ihre elterlichen Interessen zu verwirklichen und kein funktionales Gedankenkonstrukt, das wir uns zurechtbasteln. Gott ist ein reales Gegenüber, dem alle Ehrfurcht gebührt.

3. Sicherheit geben

Christliche Eltern wissen, dass ihr Kind ihnen bewusst anvertraut wurde

Christliche Eltern wissen, dass Gott ihnen die Kinder geschenkt hat. Ihr Kind ist trotz aller Unvollkommenheit ein gewolltes Geschöpf Gottes. Christliche Familien helfen ihren Kindern, sich selbst anzunehmen. Dazu gehören ihre Einschränkungen, ihr Grundcharakter und ihr Körper. Anstatt sie in Selbstzweifeln zu bestätigen, geben sie ihnen diese Sicherheit. Kein Kind ist zu klein, zu groß, zu dumm oder zu langweilig. Alle sind einzigartige Geschöpfe Gottes. Durch ihr Vertrauen auf Gott helfen christliche Eltern ihren Kindern, sich anzunehmen, ihre Hautfarbe, ihre Herkunft, ihre geistigen und körperlichen Eigenschaften und ihre Individualität zu entdecken und zu entfalten.

Es ist kein Zufall, dass genau diese Eltern für diese Kinder Verantwortung tragen. Jedes Kind wurde in seine Familie, Zeit und Kultur hineingeboren, um dort eine Entdeckungsreise zu beginnen. Darum wissen christliche Eltern, dass ihre Fähigkeiten, Kräfte und Eigenschaften als Mutter oder Vater ausreichend sind, um ihr Kind zu unterstützen und zu erziehen. Gleichzeitig wissen sie, dass sie für die Aufgabe Gottes Kraft brauchen, darum suchen sie seinen Rat und seine Hilfe.

4. Zu Jesus führen

Jesus Christus ist das Zentrum christlicher Pädagogik

Christliche Eltern erkennen an, dass sie die Entscheidung mit Jesus zu leben nicht für ihre Kinder treffen können. Als Christen sind sie überzeugt, dass ihre Kinder Jesus Christus brauchen. Sie können sie mit Jesus Christus bekannt machen. Dabei fungieren sie selbst als Botschafter an Christi statt. Durch ihre Liebe und Zuwendung erfährt das Kind Gott praktisch. Sie arrangieren Beziehungen mit anderen Christen und sie suchen christliche Gemeinschaft, in der Jesus Christus in besonderer Weise präsent ist.

Christen kennen die Begrenzung des Lebens und die Hoffnungslosigkeit, die damit verbunden ist. Viele haben selbst erfahren, welche gravierenden Auswirkungen das Handeln anderer auf sie hatte. Sie erahnen, dass auch ihre Motive nicht rein sind und sie andere verletzt haben. Die Folgen dieser Lebensrealität sehen sie genauso, wie das Leid, Elend und Sterben in der Welt. Sie wissen aber auch um denjenigen, der Herzen erneuert, sein Leben hingegeben und den Tod überwunden hat.

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