Christliche Erziehung und Pädagogik heute

Informationen für christliche Eltern und pädagogische Fachkräfte

Es gibt heute viele Vorbehalte gegen christliche Erziehung und Pädagogik – und gute Gründe dafür. Es geht darum, dass Kinder das von Gott hineingelegte Potenzial entfalten – nicht darum, sie nach „unseren“ Vorstellungen zu formen.

In den letzten Monaten habe ich viele christliche Erziehungsratgeber angeschaut und das ein oder andere Buch gelesen. Während fast alle „weltlichen“ Erziehungsansätze ihr Menschenbild offenlegen, machen das christliche Erziehungsratgeber nur selten. Stattdessen werden schnell Ratschläge gegeben, die entweder auf Bibeltexten oder der eigenen Erfahrung basieren und die irgendwie funktionieren sollen.

Nicht nur die Reflexion des Menschenbildes fehlt meist völlig, sondern häufig wirkt es eher zufällig, was dort aus der Bibel oder aus ganz anderen Quellen zusammengetragen wurde. Jesus? Fehlanzeige. Kommt oft nicht vor. Zumindest nicht annähernd so oft wie Salomo. Ansonsten scheinen allgemeinpädagogische Tipps und irgendwelche Werte – die mit Bibelversen dekoriert werden – Erfolg zu versprechen.

Leider führen schnelle Rezepte oft zu Frustration. Im Einzelfall funktioniert vieles eben doch nicht. Warum? Weil jedes Kind, jede Familiensituation und jeder Erziehender anders ist. Die Bibel ist unsere Lebensquelle. Natürlich beherzigen wir ihre Weisheit als christliche Eltern. Aber sie ist kein systematischer Erziehungsratgeber. Wir müssen die Aussagen darum in ihrem Kontext erfassen und in einen Zusammenhang bringen, wenn wir über biblische oder gar christliche Erziehung sprechen.

Es geht auf dieser Seite nicht um einfache Rezepte, sondern um eine solide Basis. Zentral ist dafür das Menschenbild. Aus dem Menschenbild leiten sich Werte, Ziele und schließlich Erziehungsmethoden ab. Darum wird eine systematische Betrachtung dort beginnen.

Christliche Eltern geben ihren Kindern die Sicherheit, dass sie als von Gott geschaffene Wesen einen bedingungslosen Wert haben und mit ihren Einzigartigkeiten genauso gewollt sind. Sie weist das Kind auf das Beziehungsangebot dieses großen Schöpfers hin.

Eines will und kann christliche Pädagogik nicht – Kinder in diese Beziehung mit dem großen Gott hineinzwingen. Deshalb lebt christliche Erziehung aus der Freiheit. Und doch gibt sie Halt und Orientierung inmitten turbulenter Zeiten. Sie hilft eine starke Identität zu entwickeln.

Spezielle Themen

Nachgefragt: Wie sieht christliche Erziehung heute aus?

Die Erziehung christlicher Eltern wurde in verschiedenen Untersuchungen erforscht. Hier finden sich empirische Ergebnisse über christliche Erziehung heute. [mehr…]

Studien: Wie streng und rigide ist christliche Erziehung?

Christliche Erziehung wird oft mit Zwang assoziiert. Empirische Untersuchungen in Deutschland, europäischen Nachbarländern und in den USA befassen sich mit diesem Phänomen. [mehr…]

Grundlagen christlicher Erziehung

Nur wer das Wesen des Kindes und seine eigene Rolle kennt, kann sicher handeln und erziehen. Darum werden sich Erziehende ohne eine Auseinandersetzung mit ihrem Menschenbild permanent überfordern. Sie werden sich selbst und ihr Kind unter Druck setzen und frustriert sein. Anforderungen der Gesellschaft und anderer Christen strömen auf sie ein und erdrücken sie. Das Gefühl als Mutter oder Vater zu versagen sind die Folge. 

Rezeptartige Erziehungstipps gibt es in vielen christlichen Erziehungsratgebern. Kurz gedacht, „funktionieren“ sie und helfen. Langfristig ist es aber viel wichtiger, das Menschenbild und die damit verbundenen Ziele in immer wieder in den Blick zu bekommen. Aus dem Menschenbild leiten sich Ziele der Erziehung und schließlich konkrete Maßnahmen ab. In vielen Büchern zu christlicher Erziehung fehlt diese Perspektive. Zurück bleibt darum häufig ein schlechtes Gewissen, nicht alle praktischen Ratschläge gut genug umzusetzen.

Erfolgsfaktoren: Wie gelingt christliche Erziehung?

Christliche Eltern wollen ihren Glauben an die nächste Generation weitergeben. Für christliche Eltern es darum hochinteressant, die wissenschaftliche Studienlage wahrzunehmen. Welche Kinder neigen dazu, den Glauben ihrer Eltern anzunehmen? [mehr…]

Wenn du mehr über christliche Erziehung und christliche Familie erfahren möchtest, solltest du bei den Grundlagen beginnen. Es geht nicht um spezifische Methoden oder Erziehungstipps, die auf dieser Seite auch vorgestellt werden, sondern darum zu erkunden, was der Schöpfer im Sinn hatte, als er Kinder schuf und ihnen Eltern an die Seite stellte. Darauf basiert dann alles Weitere.

Gott ist der Anker, der bei allem Wandel Bestand hat. Unser Leben ist begrenzt. Es existieren aber zeitlose Werte, die in jeder Generation aufs Neue entdeckt und gelebt werden müssen. Darin liegt die Spannung christlicher Erziehung, den wesentlichen Glaubenskern zu bewahren und Ballast loszulassen.