Der Werkzeugkasten: Erziehungstipps und Erziehungsmaßnahmen

Als christliche Eltern haben wir Ziele, die wir mit verschiedenen Mitteln anstreben. Christliche Eltern wollen, dass Kinder glücklich werden, ihre Talente sinnvoll nutzen und den Glauben an Jesus Christus annehmen.

Erziehung ist wie eine Operation am offenen Herzen. Der Chirurg hat ein festes Ziel und zahlreiche Instrumente. Welche er einsetzt, entscheidet sich oft erst in der Situation. Der Körper reagiert unerwartet und schon passt selbst der beste Plan nicht mehr. Je besser er seinen Werkzeugkasten kennt, desto besser kann er reagieren.

Eltern freuen sich über die ersten Schritte, Großeltern über das selbstgebastelte Geschenk. Das werden wir unterstützen. Wenn die Kinder andere schlagen, werden wir entgegenwirken. Und manchmal bringen wir ganz neue Impulse ein. Was auch immer wir tun: Uns müssen zunächst die Ziele klar sein, die sich aus einem gesunden Verständnis unsere Bildes vom Kind (Menschenbild) ableiten. Erst danach kommt das Handwerkszeug ins Spiel.

Werkzeugkasten der Erziehungsmittel

Jede Erziehungssituation ist anders, genauso wie jedes Kind und jeder Erziehende anders ist. Darum gibt es kein Rezept und erst recht keine Erfolgsgarantien. Und doch haben wir als Eltern den Auftrag Gottes, unsere Kinder zu begleiten, Orientierung zu geben und zu erziehen. Wenn Christen ihren Vater um Weisheit bitten, dürfen sie mutig damit rechnen, dass er ihnen alles Notwendige gibt. Und dann gilt es ohne Zweifel im Vertrauen zu handeln. Wir werden Fehler machen, aber er wird uns vor dem Schlimmsten bewahren, wenn wir ihn mit reinen Motiven und im Vertrauen fragen.

Im Folgenden stelle ich nun einen Werkzeugkasten vor. Je nach Situation können die Tools hilfreich sein. Automatisch „funktionieren“ Erziehungstipps nicht, denn Erziehung ist dynamisch. Kinder sind lebendig und keine toten Werkstücke. In der Pädagogik gibt es nicht nur Lob, Zucht oder Strafe, sondern viele Kategorien an Erziehungsmitteln. Die Überkategorien werden auch Grundformen der Erziehung genannt. Auch in der Bibel gibt es eine Vielfalt an Maßnahmen. Um sie richtig einzusetzen, gibt es keine pauschalen Regeln. Vielmehr braucht es den Rat Gottes.

Tool #1: Das Metronom Gewohnheiten

Salomo weiß: Kinder sehnen sich nach einem festen Anker, der sie durch die Stürme des Lebens führt. Rituale und Gewohnheiten geben ihnen dabei Sicherheit und Geborgenheit. [mehr…]

Tool #2: Der Blicklenker Erfahrungsräume

Räume sprechen Sinne an und wecken Neugier. Dort werden Neues entdeckt und wichtige Erfahrungen gemacht. Gott fordert Väter auf, Räume so zu gestalten, dass ihre Kinder Fragen stellen. [mehr…]

Tool #3: Die Nachbildungslehre Vorbild

Kinder brauchen Leuchttürme, die vorgehen und ihnen den Weg zeigen, wenn sie unsicher sind. An ihnen orientieren sie sich. Jesus macht seinen Jüngern vieles vor. Auch Eltern sind Vorbilder. [mehr…]

Tool #4: Der Motorkraftverstärker: Mitwirken

Oft sehen Eltern nur das Schlechte. Unterstützende Erziehungsmaßnahmen stärken gute Entwicklungen. Auch Pflanzen brauchen schließlich auch Wasser und Nährstoffe – nicht nur Pestizide gegen ihre Krankheiten. Eltern sehen, wo Gott in ihrem Kind am Wirken ist und machen mit. [mehr…]

Tool #5: Die Schutzvorrichtung: Bewahren und Beschützen

Sichtbare und unsichtbare Gefahren der modernen Welt strömen auf unsere Kinder ein. Gewalt, Sexualität und Gedanken, die sie verwirren. Kinder brauchen einen Schutzwall, der sie und ihre Herzen bewahrt. [mehr…]

Tool #6: Die Informationshilfe: Erzählen und Erklären

Wer Verhalten nur verbietet und unterdrückt, schafft keine anhaltende Veränderung. Wenn das Kind dich Chance hat, wird es wieder tun, was falsch war. Erziehende wollen darum nicht nur Verhalten formen, sondern Einsicht fördern. Das Gespräch begleitet darum andere Erziehungsmaßnahmen, kann aber auch eigenständig wirken. [mehr…]

Tool #7: Der Kraftdämpfer: Gegenwirkende Erziehungsmaßnahmen

Durch gegenwirkende Erziehungsmaßnahmen versuchen Eltern, Erzieher oder Lehrkräfte unerwünschtes Verhalten zu reduzieren. [mehr…]

Spezielle Themen

Anleitung zu dem Einsatz von „Instrumenten“

Wenn du nicht nur einzelne Erziehungstipps und Erziehungsmaßnahmen, sondern nach Grundlagen für eine christliche Erziehung in der Bibel suchst, findest du hier Informationen.

Wichtiger als sich auf Erziehungsmaßnahmen festzulegen, ist es sich über das christliche Menschenbild und Gottes Sicht auf das Kind klarzuwerden, um entsprechende Erziehungsziele festzulegen. Methoden sind dem nachgeordnet. Man kann zwar darüber diskutieren, ob eine Säge ein tolles Werkzeug ist. Letztlich wird es aber davon abhängen, was ich bauen will – also von den Zielen. Aber selbst wenn die klar sind: Kinder sind weitaus lebendiger als leblose Materialien, und ich kann sie nicht wie ein Bildhauer formen.

Es ist hilfreich, einige Erziehungsinstrumente zu kennen, die je nach Situation angewendet werden können. Dabei existieren aber keine festen Rezepte oder einfache Anleitungen, da jedes Kind individuell ist und jede Erziehungssituation einzigartig. „Patentrezepte“ und Idealvorstellungen sind nicht angebracht. In diesem Sinne geht es auf dieser Seite darum, den Handlungsspielraum christlicher Eltern durch Erziehungstipps und Erziehungsmaßnahmen zu erweitern und die Möglichkeiten erzieherischen Handelns wahrzunehmen. Am Ende bedarf es jedoch Gottes Weisheit, um die richtigen Entscheidungen zu treffen, wobei letztendlich auch dann alles von seiner Gnade abhängt.